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Risiko zu Arzneimittelnebenwirkungen

Hier werden die Abbauwege wichtiger Enzyme des Arzneimittelstoffwechsels analysiert. Die Untersuchung dient zur individuellen Auswahl und Dosierung entsprechender Medikamente und kann Nebenwirkungen vermeiden helfen.

Untersucht werden die wichtigsten Varianten der Enzyme Cytochrom P 450 2D6, 2C9, 2C19 

Kosten 276,00 € inkl. MwSt.

Überblick

Nach offizieller Stellungnahme des Sachverständigenrates des Bundesgesundheitsamtes im Gesundheitsreport von 2007 versterben jährlich in Deutschland 0,1% (17000) aller Krankenhauspatienten an den direkten oder indirekten Folgen von Arzneimittelneben-wirkungen. Die Dunkelziffer dürfte erheblich höher sein. 3 – 6 Prozent aller stationären internistischen Aufnahmen erfolgen aufgrund von Nebenwirkungen von Medikamenten. Man geht davon aus, dass bei 5 % aller medikamentös behandelten Patienten unerwünschte Medikamentenwirkungen auftreten. 35 % der Männer und 40 % der Frauen über 65 Jahre erhalten neun und mehr Wirkstoffe in Dauertherapie. Gerade die älteren Patienten sind daher an den unerwünschten Arzneimittelreaktionen überproportional beteiligt.

 

Der Abbauweg für Medikamente ist ganz individuell langsam (POOR METABOLIZER), mittelschnell (INTERMEDIATE METABOLIZER), schnell (EXTENSIV METABOLIZER) oder sogar besonders schnell (ULTRARAPID METABOLIZER). Diese Varianten bleiben ein Leben lang gleich. Je nach Typ wird unterschiedlich viel Zeit benötigt, um das jeweilige Medikament aus dem Körper wieder zu entfernen. Zum Beispiel ist jeder 10. Deutsche langsamer Verstoffwechsler im Bereich des CYP 2D6. Besonders wichtig ist dies, wenn mehrere Medikamente vom gleichen Enzym abgebaut müssen. Da kann es nicht nur zu Überdosierungen, sondern auch noch zu Wechselwirkungen kommen.

 

Der EXTENSIV METABOLIZER ist die Normvariante, die der Hersteller von Medikamenten zu Grunde legt, wenn er die Standarddosis festlegt. Wenn es also 3 x 1 täglich heißt, dann gilt das nicht unbedingt für jeden Patienten. Wird bei Ihnen ein Medikament besonders langsam abgebaut und Sie erhalten dennoch die normale Standarddosis, dann häuft sich der Wirkstoff an und Sie laufen Gefahr, Nebenwirkungen zu erleiden.

 

Cytochrom P450 Enzyme

Folgende Medikamentengruppen werden oft über diese Enzyme abgebaut. Sie sind häufig an Nebenwirkungen beteiligt, stellen aber nur eine Auswahl da und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ihr Arzt erhält die Möglichkeit entsprechend Ihrer individuellen Abbaugeschwindigkeit die richtige Dosis und das richtige Medikament für Sie auszuwählen.

 

CYP2D6 Poor Metabolizer finden sich in 7- 10 % in der deutschen Bevölkerung

Antidepressiva

Neuroleptika

Betablocker

Antiarrhythmika

Codein und Schmerzmittel vom Morphintyp

Tamoxifen als Anti-Östrogen bei Brustkrebs

 

CYP2C9 Poor Metabolizer finden sich in mehr als 10 % der deutschen Bevölkerung

Antirheumatika

Orale Antidiabetika

Angiotensin-II-Blocker

Antithrombotika vom Typ Phenprocoumon

 

CYP2C19 Poor Metabolizer finden sich in 3 % der deutschen Bevölkerung

Protonenpumpenhemmer

Antidepressiva

Antiepileptika

Thrombocytenaggregationshemmer vom Typ Clopidogrel

 

Besonders wichtig ist diese Untersuchung für Sie, wenn Sie unter einer oder mehrerer der nachfolgenden Erkrankungen leiden:

Wenn Sie Bluthochdruck haben und Betablocker oder Angiotensin-II-Blocker erhalten.

 

Wenn Sie Diabetes Mellitus haben und orale Antidiabetika erhalten.

 

Wenn Sie Thrombosen erlitten haben oder der erhöhten Gefahr für Thrombosen unterliegen und Mittel zur Blutverflüssigung erhalten.

 

Wenn Sie Schmerzpatient sind und Antirheumatika oder Morphine erhalten.

 

Wenn Sie unter Depressionen leiden und Antidepressiva erhalten.

 

Wenn Sie unter Angststörungen leiden und Neuroleptika erhalten.

 

Wenn Sie unter Epileptischen Anfällen leiden und Antiepileptika erhalten.

 

Wenn Sie Brustkrebspatientin sind und auf Tamoxifen eingestellt werden sollen.

 

Wenn Sie Asthma haben und Theophyllin einnehmen müssen.

 

Wenn eine geplante Operation ansteht.

 

Wenn Sie mehrere Medikamente gleichzeitig nehmen, da die Wechselwirkungen unterschiedlich stark ausfallen, je nachdem wie schnell man abbaut.

 

Die Untersuchung hilft Ihnen und Ihrem Arzt Ihre individuellen Varianten zu identifizieren. So kennen Sie die Geschwindigkeit mit der Sie die jeweiligen Medikamentengruppen anschalten oder abbauen und können damit für eine optimale Wirkung sorgen und Nebenwirkungen von Medikamenten oftmals wirkungsvoll verhindern.

 

Die Untersuchung ist ein einfacher Wangenabstrich. Sie müssen nicht nüchtern sein. Nach ungefähr 14 Tagen wird das Ergebnis Ihrem Arzt zusammen mit einer umfangreichen Informationsbroschüre und einem Pass zugeschickt.

 

 

Es handelt sich um eine medizinische Diagnostik, die jeder approbierte Arzt durchführen kann. Da es sich um eine präventionsmedizinische(vorsorgliche) Diagnostik handelt und nicht der Stellung einer Diagnose dient, sind Krankenkassen nicht dazu verpflichtet die Kosten zu übernehmen. Sollten Sie unter erheblichen Nebenwirkungen mehrerer Medikamente leiden lohnt sich möglicher Weise die Anfrage bei Ihrer Krankenkasse. Ihr Arzt kann im geschlossenen Bereich ein Formular herunterladen, dass er ausfüllen kann und dass Sie dann Ihrer Krankenkasse vorlegen. Die Krankenkasse hat dann allerdings auch das Recht das Ergebnis zu erfragen.

 

 
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